Schiefer und schiefrige Gesteine, Ölschiefer
Schiefer – spaltbares Naturgestein mit charakteristischer Struktur
Schiefer ist ein metamorphes Gestein, das ursprünglich aus Ton- oder Schluffgesteinen entstanden ist. Durch hohen Druck und erhöhte Temperaturen im Erdinneren verfestigen sich diese Sedimente und entwickeln die typische schiefrige Spaltbarkeit.
Charakteristisch für Schiefer ist seine blättrige, geschichtete Struktur. Er lässt sich entlang dieser natürlichen Ebenen in dünne Platten spalten – eine Eigenschaft, die ihn seit Jahrhunderten zu einem geschätzten Baustoff macht.
Entstehung und Gefüge
Während der Metamorphose richten sich plättchenförmige Minerale wie Glimmer unter Druck parallel aus. Dadurch entsteht das typische „Schiefergefüge“, das für die gute Spaltbarkeit verantwortlich ist.
Wichtige Schiefertypen
- Tonschiefer: meist grau oder bläulich, relativ weich und gut bearbeitbar.
- Quarzschiefer: quarzreich, fester und widerstandsfähiger.
- Phyllit: feinschuppig, mit seidigem Glanz durch feine Glimmerminerale.
- Glimmerschiefer: deutlich sichtbare Glimmerbestandteile, glänzende Oberfläche, höhere Festigkeit.
- Amphibolschiefer: dunkel bis schwarzgrün, kompakt und hart.
Umgangssprachlich wird auch sogenannter Buntschiefer (z. B. aus Portugal oder Brasilien) als Schiefer bezeichnet. Dabei handelt es sich meist um tonig gebundene, mehrfarbige Gesteine mit schiefrigem Gefüge.
Farben und Oberflächen
Die Farbpalette reicht von Grau, Anthrazit und Schwarz über Rotbraun und Grün bis hin zu vielfarbigen Varianten. Metalloxide und mineralische Beimengungen bestimmen das Erscheinungsbild.
Typisch ist die spaltraue, leicht wellige Oberfläche. Je nach Verwendungszweck werden Schieferplatten zusätzlich geschliffen, gebürstet, jetgestrahlt oder sogar poliert.
Verwendung – von Dachdeckung bis Innenausbau
Schiefer wird traditionell für Dächer und Fassaden eingesetzt. Darüber hinaus findet er Verwendung als:
- Boden- und Wandbelag
- Treppenstufen
- Grabsteine und Denkmäler
- Skulpturen und Gestaltungselemente
Regionale Varianten wie Holzmadener Ölschiefer, portugiesischer Schiefer oder brasilianischer Buntschiefer unterscheiden sich in Farbe, Struktur und Qualität.
Besondere Eigenschaften und Empfindlichkeiten
Schiefer gilt als robust, jedoch sind weichere Tonschiefer relativ kratzempfindlich.
Kalkhaltige Tonschiefer und Kalkschiefer sind nicht säurebeständig. Starke Säuren können helle, irreversibel matte Flecken verursachen.
Alkalische Reiniger und Lösungsmittel sind in der Regel unproblematisch, dennoch sollte stets eine Materialprüfung erfolgen.
Nicht jede Schieferqualität ist dauerhaft für den Außenbereich geeignet. Minderwertige oder ungeeignete Sorten können unter UV-Einwirkung ausbleichen oder eisenhaltige Bestandteile „ausrosten“.
Fazit
Schiefer vereint natürliche Eleganz mit traditioneller Baukultur. Seine Spaltbarkeit, Farbvielfalt und charakteristische Textur machen ihn zu einem vielseitigen Naturstein – vorausgesetzt, Qualität und Einsatzbereich werden sorgfältig gewählt.
Häufige Fragen zu Schiefer
Was ist Schiefer genau?
Schiefer ist ein metamorphes Gestein, das aus Ton- oder Schluffgestein unter hohem Druck entstanden ist. Charakteristisch ist seine schiefrige Spaltbarkeit, wodurch er sich in dünne Platten teilen lässt.
Ist Schiefer säureempfindlich?
Das hängt von der Zusammensetzung ab. Kalkhaltige Schieferarten sind säureempfindlich und können durch starke Säuren helle, irreversible Flecken bekommen. Reine quarz- oder glimmerreiche Schiefer sind deutlich unempfindlicher.
Ist Schiefer für den Außenbereich geeignet?
Hochwertiger Schiefer ist frostbeständig und gut für Dächer, Fassaden oder Terrassen geeignet. Minderwertige oder ungeeignete Sorten können jedoch ausbleichen oder eisenhaltige Bestandteile ausrosten. Die Qualität des Materials ist entscheidend.
Kann Schiefer ausbleichen?
Einige Schieferarten können unter starker UV-Strahlung aufhellen. Farbvertiefende Imprägnierungen können das Erscheinungsbild stabilisieren und intensivieren.
Ist Schiefer kratzempfindlich?
Weiche Tonschiefer sind relativ kratzempfindlich. Härtere Varianten wie Quarz- oder Glimmerschiefer sind widerstandsfähiger.
Wie reinigt man Schiefer richtig?
Grundsätzlich sollten keine stark sauren Reiniger verwendet werden, insbesondere bei kalkhaltigen Schiefern. Im Zweifel empfiehlt sich ein säurefreier Grundreiniger. Hochdruckreiniger können spaltraue Oberflächen beschädigen.
Kann man Schiefer imprägnieren?
Ja. Eine geeignete Imprägnierung reduziert die Wasseraufnahme und erleichtert die Reinigung, ohne die natürliche Oberfläche zu verschließen. Im Außenbereich sollten keine filmbildenden Versiegelungen verwendet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Schiefer und Glimmerschiefer?
Glimmerschiefer enthält deutlich sichtbare Glimmerminerale und zeigt eine stärker glänzende, schuppige Struktur. Klassischer Dachschiefer ist feinkörniger und homogener.
Schiefer möglichst nicht kehren – schonende Reinigung ist entscheidend
Viele Schiefersorten – insbesondere Tonschiefer – sind vergleichsweise weich. Mechanische Belastungen können die spaltraue Oberfläche aufrauen oder „aufspleißen“.
Mechanische Belastung minimieren
- Groben Schmutz wie Sand regelmäßig absaugen.
- Falls Kehren nötig ist, nur mit weichen Borsten.
- Keine harten Schrubber oder Scheuermittel verwenden.
Sandkörner wirken wie Schleifpapier und verursachen unnötigen Oberflächenverschleiß.
Grundreinigung bei stärkeren Verschmutzungen
Für die intensivere Reinigung – insbesondere bei säureempfindlichen Schiefersorten – eignet sich der HMK® R155 Grundreiniger – säurefrei – .
Er entfernt Schmutz gründlich, ohne kalkhaltige Bestandteile anzugreifen.
Kalkablagerungen im Dusch- und Nassbereich
Je nach Wasserhärte entstehen im Bad früher oder später kalkige Ablagerungen. Regelmäßige Reinigung ist hier entscheidend.
Geeignet sind:
- HMK® R156 Marmor Bad Reiniger
- HMK® R155 Grundreiniger – säurefrei –
Bei noch nicht stark verfestigtem Kalk kann HMK® R155 unverdünnt aufgetragen werden. Etwa 5 Minuten einwirken lassen, anschließend mit geeigneter Bürste durcharbeiten.
An senkrechten Flächen kann ein mit Reiniger getränktes Tuch als „Depotauflage“ helfen, die Einwirkzeit zu verlängern.
Wenn säurefrei nicht mehr ausreicht
Bei stark verfestigten Kalkrückständen kann ein saurer Spezialreiniger wie HMK® R189 Kalk EX oder HMK® R158 Bad- und Duschkabinen Reiniger erforderlich sein.
Dabei ist zu beachten: Der Schiefer kann aufhellen oder vergrauen. Diese optischen Veränderungen lassen sich mit einer farbtonvertiefenden Imprägnierung wie HMK® S242 oder HMK® S748 optisch ausgleichen.
Spezialfälle
- Zementschleier & mineralischer Bauschmutz: HMK® R183 Zementschleier-EX – nur verdünnt und mit kurzer Einwirkzeit!
- Alte Wachs- oder Pflegeschichten: HMK® R154 Lösefix
Schutz und Optik liegen bei Schiefer eng beieinander
Bei Schiefer beeinflusst die Wahl der Oberflächenbehandlung nicht nur den Schutz, sondern auch maßgeblich die Optik. Aufgrund der meist geringen bis mittleren Saugfähigkeit gilt: Weniger ist mehr. Produkte sollten sparsam und gleichmäßig appliziert werden.
Küchenarbeitsplatten aus Schiefer
Für stark beanspruchte Flächen wie Küchenarbeitsplatten sind viskose Öle weniger geeignet. Empfehlenswert ist eine farbvertiefende, lebensmittelechte Imprägnierung wie HMK® S244 Fleckschutz.
Sie schützt zuverlässig vor Wasser, Schmutz, Öl und Fett und intensiviert gleichzeitig die natürliche Farbwirkung.
Bad, Wohnbereich und Terrasse
Für Dusche, Bad, Wohnraumböden oder Terrasse eignet sich die HMK® S242 Farbkonservierung .
Sie erzeugt eine dezente Farbtonvertiefung („Nasseffekt“) ähnlich einer frisch gewischten Oberfläche, ohne die Diffusionsfähigkeit wesentlich zu beeinträchtigen.
Auch auf Couchtischen, Ablageflächen oder Waschtischen bringt HMK® S242 Maserung und Struktur wieder schön zur Geltung.
Öle – charakteristische Optik mit Einschränkungen
Farbvertiefende Schieferöle können ebenfalls eingesetzt werden. Sie erzeugen eine typische, warme „Nassoptik“ – vergleichbar mit geöltem Holz.
Dabei ist jedoch zu beachten:
- Viskose Öle verharzen nicht vollständig.
- Überstände können schlierige Effekte verursachen.
- Ölige Laufspuren können auf angrenzende Böden übertragen werden.
- Öle sind empfindlich gegenüber alkalischen, alkoholischen oder lösemittelhaltigen Reinigern.
Im Nass- oder Außenbereich sind Öle daher nur eingeschränkt empfehlenswert. Die Haltbarkeit ist generell geringer als bei Imprägnierungen und stärker von Nutzung und Reinigung abhängig.
Besonderheit: ölhaltige Schieferarten
Naturbelassene Ölschiefer wie Holzmadener oder Jura-Ölschiefer sollten nicht mit lösemittelhaltigen Imprägnierungen behandelt werden. Hier eignet sich ein abgestimmtes Naturöl, z. B. HMK® P330 Cotto- und Klinkeröl.
Auch hier entsteht eine ausgeprägte Farbvertiefung, kleinere optische Unregelmäßigkeiten werden teilweise kaschiert.
Siegel für raue Wandflächen
Für stark strukturierte Wandbeläge (z. B. Küchenspiegel, kein Ölschiefer) stehen filmbildende Siegel zur Verfügung:
- HMK® S235 Farbvertiefer – matt
- HMK® S237 Steinsiegel – seidenglänzend
Diese Acrylharz-basierten Produkte bilden einen dünnen Schutzfilm auf der Oberfläche. Dadurch wird die mechanische Widerstandsfähigkeit erhöht und die Reinigung erleichtert.
Schiefer ist ein relativ pflegeleichter Naturstein
Trotz seiner Robustheit benötigt Schiefer – je nach Nutzung – regelmäßige, materialgerechte Pflege. So bleiben Farbigkeit, Struktur und natürliche Ausstrahlung langfristig erhalten.
Pflege von Arbeitsplatten, Theken und Ablagen
Für die tägliche oder gelegentliche Reinigung von Arbeitsplatten, Theken, Ablagen, Couch- oder Waschtischen eignet sich das Pflegespray HMK® P301 – drei in eins – .
Mit einem Arbeitsgang reinigen, pflegen und schützen Sie die Oberfläche. Rückstände werden entfernt, während die natürliche Farbwirkung erhalten bleibt.
Regelmäßige Wischpflege von Schieferböden
Für die laufende Unterhaltspflege aller Schieferböden – auch bei geölten Oberflächen – empfiehlt sich HMK® P324 Edel Steinseife .
Die milde Steinseife reinigt schonend und führt dem Belag bei regelmäßiger Anwendung pflegende Komponenten zu, ohne Schichten aufzubauen oder den Stein auszulaugen.
Gleichzeitig wird die Anlagerung von schmirgelnden Schmutzpartikeln auf der meist bruchrauen Schieferoberfläche reduziert.
Zum Wischen empfehlen sich Baumwollmopps oder weiche Tücher. Mikrofasertücher können bei raueren Oberflächen verstärkt Abrieb verursachen.
Natürliche Abnutzung und Nachpflege
Als Bodenbelag oder Treppe unterliegt insbesondere weicher Tonschiefer einem gewissen mechanischen Verschleiß. Kratzer und helle Laufspuren sind bei intensiver Nutzung normal und kaum vollständig vermeidbar.
In solchen Fällen empfiehlt sich eine farbvertiefende Nachpflege mit HMK® S242 Farbkonservierung , um die Farbintensität wieder auszugleichen und die Oberfläche optisch zu beleben.
Besonders bei dunklen oder anthrazitfarbenen Schiefersorten fallen Staub, Fußspuren, Kratzer und Flecken stärker auf als bei helleren Varianten.
Glanzoption für Liebhaber glänzender Oberflächen
Wer eine leicht glänzende Oberfläche bevorzugt, kann mit HMK® P307 Steinpflege-Polierwachs eine dünne Wachsschicht auftragen. Dadurch werden Farben betont und ein dezenter Glanzeffekt erzeugt.
Seidenmatter Glanz für Ihren Schieferboden - angenehmes Wohnambiente
Der robuste und handliche Poliersauger FP 303 ausgestattet mit weichen Bürsten oder hochwertigen Nylonfaserpads - die Komplett-Lösung mit hohem Bedienkomfort zur optimalen Pflege und Werterhaltung Ihres Naturschieferbelages.
Entfernen Sie in einem Arbeitsgang staubigen Schmutz und polieren das während der Unterhaltspflege aufgebrachte Wischwachs HMK® P319 Marmor- & Granitpolish.
Alternativ eignet sich das farbtonvertiefende HMK® P307 Steinpflegewachs. Der dünne Wachsfilm lässt sich sehr gut polieren ist über Monate haltbar oder bei Bedarf einfach nachpflegbar.
Das Wachsen und Polieren dient nicht nur der Verbesserung des optischen Eindrucks, sondern schützt den Boden vor Feuchtigkeit und Schmutz. Ihr Bodenbelag wird widerstandsfähiger, bleibt länger elastisch und verschmutzt nicht so schnell.
Schieferoptik von Tischen und Bodenbelägen auffrischen
Ölschiefer – besondere Pflege für besondere Gesteine
Ölschiefer wie Holzmadener, Jura-Ölschiefer, Schwäbischer Ölschiefer oder Posidonienschiefer zeichnen sich durch ihren dunklen, oft fossilienreichen Charakter aus.
Lösemittelhaltige oder stark basische Reiniger können diese Gesteine „entölen“ und auslaugen. Auch UV-Strahlung, Wärme oder mangelnde Pflege lassen die Oberfläche trocken, stumpf und blass erscheinen.
Zur Auffrischung eignet sich HMK® P330 Cotto- und Klinkeröl .
Das Öl führt dem Schiefer pflegende Bestandteile zu, intensiviert die Farbe und verleiht dem Stein wieder ein dunkles, „gesundes“ Erscheinungsbild.
Je nach Nutzung sollte die Behandlung etwa ein- bis zweimal jährlich wiederholt werden.
Vorbereitung ist entscheidend
- Alte Pflegemittelschichten vollständig entfernen.
- Gegebenenfalls mit HMK® R155 Grundreiniger (pur) vorreinigen.
- Bei stärkeren Rückständen vorsichtig mit feiner Stahlwolle oder Messingbürste nacharbeiten.
Andere Schiefersorten – Imprägnieren statt Ölen
Für nicht ölhaltige Schieferarten empfiehlt sich eine farbvertiefende, schichtlose Imprägnierung wie:
- HMK® S242 Farbkonservierung
- HMK® S244 Fleckschutz
Beide Produkte wirken wasser- und schmutzabweisend und erzeugen eine dezente Farbtonvertiefung (Nasseffekt) ohne Glanzbildung. Struktur und Maserung werden sichtbar intensiviert.
Lässt die Wirkung nach, kann die Behandlung nach Reinigung jederzeit wiederholt werden.
Schiefer im Außenbereich – Abschiefern behandeln
Bei Schiefer im Außenbereich (Fensterbänke, Abdeckungen, Verkleidungen) kann es gelegentlich zum sogenannten Abschiefern kommen. Dabei lösen sich dünne Materialschichten.
Lose Partien können vorsichtig mit einer Messingdrahtbürste entfernt werden, bis tragfähiges Material erreicht ist. Anschließend empfiehlt sich eine farbtonvertiefende Nachbehandlung.
