
Wasserglas / Wasser- und Kalkflecken
Bereits die bloße Verdunstung von Wasser genügt, damit sich die darin gelösten Mineralien als Ablagerungen auf Naturstein oder Glas niederschlagen. Vor allem Calcium- und Magnesiumsalze, daneben auch Natrium, Silicium oder Phosphate, kristallisieren an der Oberfläche aus und bilden typische Wasserflecken oder Ränder. Ein bekanntes Beispiel sind die „Blumentopfränder“ auf Fensterbänken.
Ähnlich aussehende Spuren können auch durch überschüssige, schnell angetrocknete Pflegemittel entstehen, etwa bei erwärmten Flächen (Fußbodenheizung, direkte Sonneneinstrahlung). Diese Flecken sind jedoch unproblematisch und lassen sich in der Regel mit warmem Wasser abwischen oder trocken wegpolieren.
Problematisch sind dagegen die hellen, kalkigen Ablagerungen insbesondere auf dunklen bzw. schwarzen Gesteinen – z. B. in der Dusche oder auf Küchenarbeitsplatten aus Schiefer, Nero Assoluto oder schwarzen Kalksteinen.
Vor jeder Reinigung: Steinart bestimmen!
Verwenden Sie nur für die jeweilige Gesteinsart geeignete Reiniger und Methoden. Säureempfindliche Steine (Marmor, Kalkstein, viele Schieferarten) dürfen nicht mit Essig, Zitrone, phosphorsauren Reinigern oder anderen Säuren behandelt werden.
Leichte kalkige Ablagerungen lassen sich meist mit HMK® R155 Grundreiniger – säurefrei entfernen. Dazu R155 unverdünnt auftragen, ca. 5 Minuten einwirken lassen, mit Bürste oder Nylonfaserpad kräftig durcharbeiten, anschließend gründlich klarspülen und die Fläche trocken nachwischen. An Wänden oder schrägen Flächen den Reiniger auf Küchenpapier oder ein Tuch geben, damit er nicht sofort abläuft. R155 ist universell auf allen Natur- und Kunststeinen einsetzbar.
Bei stärkeren Kalkschichten hängt die Wahl des Mittels von Material und Oberflächenbearbeitung ab:
- HMK® R158 Bad- und Duschkabinen-Reiniger oder HMK® R189 Kalk-Ex (beide mild-sauer) – geeignet für Keramik, glasierte Fliesen, Feinsteinzeug, Quarz-Komposit, Glas, Chrom, Edelstahl und viele Kunststoffe sowie für säurefeste Natursteine.
- Achtung: Schwarze und kalkhaltige Natursteine sind säureempfindlich – hier keine sauren Reiniger einsetzen!
- Auf glatten Oberflächen kann ein Ceranfeldschaber helfen, Überstände vorsichtig mechanisch zu entfernen.
- Auf profilierten Oberflächen (gebürstet, waterjet, leather touch, geschliffen) bietet sich HMK® R187 Peeling Cleaner an.
- Für hartnäckige Kalkkrusten ist die Kombination aus HMK® R155 und HMK® R187 besonders effektiv.
- Auf poliertem Marmor und Kalkstein: Auffrischen der Oberfläche mit HMK® M529 Polierpaste (bis ca. 1 m²) oder bei größeren Flächen mit HMK® P727 Polierpulver.
Sonderfall – Rückstände von Wasserglas
Nicht alle weißen Flecken stammen von Kalk. In manchen Fällen entstehen Wasserglasflecken. Darunter versteht man:
- Mineralische Rückstände aus Leitungswasser: Neben Kalk können Seifen- und Shampoo-Bestandteile als weiße, matte Schleier oder Ränder zurückbleiben.
- Chemisches Wasserglas (Natriumsilikat): Bestandteil vieler Wasch- und Reinigungsmittel. Durch seine starke Alkalität kann es mit Glas, Keramik oder Stein reagieren und beim Austrocknen sehr harte, glasartige Flecken bilden.
Während Wasser- und Seifenrückstände meist mit einem milden Reiniger (z. B. HMK® R155 Grundreiniger – säurefrei auf Naturstein oder HMK® R189 Kalklöser auf säurefesten Flächen) gut entfernbar sind, zeigen sich auskristallisierte Wasserglasflecken als besonders hartnäckig. Sie verbinden sich fest mit dem Untergrund und lassen sich häufig nur mechanisch – z. B. mit einer Rasierklinge oder einem Ceranfeldschaber – lösen. Auf empfindlichen Natursteinen ist äußerste Vorsicht geboten.
Auf alkalibeständigen Untergründen (Feinsteinzeug, Keramik, Glas, Kunststoff, Armaturen, Edelstahl) kann HMK® R161 Feinsteinzeug-Grundreiniger (pH 13,5) eine Option sein. In Kombination mit HMK® R187 Peeling Cleaner entsteht eine wirkungsvolle chemisch-abrasive Reinigung, die in vielen Fällen erfolgreich getestet wurde. Eine Garantie gibt es jedoch nicht.