Stein richtig reinigen
Verschmutzungen auf Naturstein – zwei Hauptkategorien mit unterschiedlicher Reinigung
Damit Naturstein dauerhaft schön bleibt, ist das Verständnis über die Art der Verschmutzung entscheidend. Jede Schmutzart erfordert eine gezielte Reinigungsstrategie – falsche Mittel können mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Grundsätzlich lassen sich Verschmutzungen in organische und anorganische Rückstände einteilen:
Organische Verschmutzungen
Hierzu zählen alle Verunreinigungen, die auf tierischen, pflanzlichen oder synthetisch-organischen Stoffen basieren, z. B.:
- Fette, Öle, Wachs- und Silikonrückstände
- Lebensmittelverfärbungen (z. B. Wein, Kaffee, Säfte, Eiweiß)
- Kunstharz-, Kleber- und Pflegemittelreste
- Seifen, Kosmetika, Lotionen, Spülmittel, Körperpflegeprodukte
Diese organischen Stoffe bestehen aus komplexen Kohlenwasserstoffverbindungen, die sich oft fest mit der Steinoberfläche verbinden oder in das Kapillargefüge eindringen. Alkalische Reiniger lösen Fette und Eiweißverbindungen, während bei stark eingezogenen Rückständen lösemittelhaltige Spezialreiniger notwendig sind (z. B. bei Öl-, Wachs- oder Silikonflecken).
Anorganische Verschmutzungen
Anorganische Rückstände entstehen aus mineralischen oder salzartigen Ablagerungen, zum Beispiel:
- Kalk, Zementschleier, Ausblühungen
- Metalloxid- oder Rostspuren
- Salzablagerungen durch Feuchtigkeit oder Bauchemie
Diese Ablagerungen sind wasserunlöslich und reagieren nur auf säurehaltige Reinigungsmittel, die die mineralischen Kristallstrukturen chemisch anlösen. Wichtig: Auf säureempfindlichen Steinen (z. B. Marmor, Kalkstein, Schiefer, Travertin, Solnhofener Platten) darf niemals ein säurehaltiger Reiniger verwendet werden – er verursacht matte, verätzte oder raue Stellen, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen.
Typische Reinigungsfehler und ihre Folgen
Viele Schäden an Natursteinoberflächen entstehen durch gut gemeinte, aber falsche Pflege. Ungeeignete Reinigungsmittel verändern nicht nur die Optik, sondern auch die Struktur und Aufnahmefähigkeit des Steins.
- Säurehaltige Reiniger (Essig-, Bad- oder Zementreiniger) greifen Kalkbestandteile an – polierte Marmor- oder Kalksteinflächen werden matt, stumpf oder rau.
- Alkalische Reiniger mit hohem pH-Wert (>10) können farbige Mineralbestandteile verändern oder empfindliche Oberflächen angreifen.
- Tensidhaltige Produkte wie Spülmittel, „grüne Seife“ oder Allzweckreiniger bilden klebrige Rückstände, die Schmutz anziehen und schwer zu entfernen sind. In kaltem Zustand setzen sich diese Stoffe im Porengefüge ab und verschlechtern die Reinigbarkeit dauerhaft.
- Hochdruckreiniger zerstören bei weichen Gesteinen die Oberfläche und öffnen Poren, in die Schmutz und Wasser eindringen – der Stein verschmutzt künftig schneller.
- Mechanische Schäden: Kratzschwämme, harte Bürsten oder Scheuermittel hinterlassen sichtbare Schleifspuren, besonders auf polierten Flächen.
Die richtige Wahl des Reinigers
Die Auswahl des passenden Reinigungsmittels hängt immer von zwei Faktoren ab: der Gesteinsart und der Verschmutzungsart. Für viele Anwendungen bietet sich bereits eine Reinigung mit dem universell einsetzbaren, säurefreien HMK® R155 Grundreiniger – säurefrei an. Er löst Öle, Fette, alte Pflegerückstände und viele organische Ablagerungen, ohne die Oberfläche anzugreifen.
Die 6 Schritte einer erfolgreichen Natursteinreinigung
![]() Schritt 1: Reiniger gemäß Produktinformation und Verschmutzungsgrad verdünnen und satt auftragen. Bei großen Flächen abschnittsweise arbeiten, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. |
![]() Schritt 2: Reiniger 5–10 Minuten einwirken lassen, damit sich die Verschmutzungen lösen können. Antrocknen vermeiden – bei Bedarf mit Wasser nachbefeuchten. |
![]() Schritt 3: Die Fläche mit Bürste, Pad oder Schrubber gründlich bearbeiten, um gelöste Schmutzpartikel von der Oberfläche zu lösen. |
![]() Schritt 4: Die Schmutzflotte vollständig aufnehmen (z. B. mit Nasssauger oder Wischtuch). Bei hartnäckigen Rückständen die Schritte wiederholen. |
![]() Schritt 5: Mit sauberem Wasser gründlich nachspülen, um alle Rückstände des Reinigers zu entfernen. Für eine nachfolgende Imprägnierung ist vollständige Rückstandsfreiheit Voraussetzung. |
![]() Schritt 6: Oberfläche vollständig trocknen lassen, bevor eine Pflege, Imprägnierung oder Versiegelung aufgetragen wird. |
Zusätzliche Hinweise
- Testbereich: Vor jeder Anwendung an unauffälliger Stelle testen – besonders bei polierten oder dunklen Steinen.
- Pflege nach der Reinigung: Nach einer Grundreinigung schützt eine geeignete Imprägnierung dauerhaft vor neuen Flecken.
- Fachberatung nutzen: Im Flecken-ABC finden Sie für jede Verschmutzungsart den passenden Reinigungsvorschlag. Im Zweifelsfall beraten wir Sie gerne individuell.





