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Gibt es schwarze Granite? NEIN! - Es gibt aber diverse schwarze Gesteine

Schwarzer Granit oder Schwarzmalerei?

Nicht selten werden schwarze Hartgesteine wie Nero Assoluto, Nero Impala, Star Galaxy, China Black und viele andere in Küchenmöbelgeschäften, Baumärkten und sogar im Steinfachhandel als »schwarzer Granit« bezeichnet und angeboten. Vermutlich hat sich diese begriffliche Vereinfachung im Laufe der Zeit eingeschlichen, weil sich darunter auch der Laie ohne Fachwissen etwas vorstellen kann.

In der Regel ist das die Vorstellung von einem harten polierfähigen Gestein. Doch auch so mancher Fachmann hat seine Schwierigkeiten mit der Gesteinskunde. Fatal wird es nämlich wenn das schwarze Hartgstein den Eigenschaften eines Granits nicht entspricht bzw. wegen seiner Zusammensetzung gar nicht entsprechen kann, wie bspw. der Kalkstein "Belgisch Granit", welcher den Begriff Granit sogar im Namen trägt. 

Entstehungsgeschichtlich betrachtet handelt es sich bei den schwarzen Hartgesteinen zwar um granitähnliche Verwandte aber eben nicht um Granit. Hinsichtlich Ihrer Dichte und Härte sind sie durchaus vergleichbar jedoch in Bezug auf die wesentlichen gesteinsbildenden Minerale gerade nicht. Im Gegensatz zu echtem Granit enthalten schwarze Gesteine wie Basalt, Anorthosit, Diabas, Diorit, Gabbro keinen oder nur sehr wenig Quarz oder Alkalifeldspat.

Ungleich höher sind dagegen die Anteile an Plagioklas und dunklen Mineralien wie z. B. Biotit, Hornblende und Pyroxen. Diese Unterschiede in der mineralischen Zusammensetzung haben jedoch entscheidende Bedeutung für die chemische und mechanische Beständigkeit und sollten vor dem Kauf spätestens in der Nutzungsphase bekannt sein. Wie bei Granit sind die Gemengeteile dicht miteinander verwachsen, es gibt individuelle Texturen, das Funkeln enthaltener Glimmerminerale wirkt optisch bestechend und luxuriös. Schwarze Hartgesteine mit polierter Oberfläche haben wegen ihres kristallinen und verzahnten Gefüges die Anmutung eines Granits und finden daher häufig Verwendung als Bodenbelag, Arbeitsplatte, Wandverkleidung usw.

„Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess‘ ich nimmer" - Goethe und Granit 

Granit besteht aus einer Mischung verschiedener Minerale, die Hauptbestandteile sind Feldspat (Alkalifeldspat und Plagioklas), Quarz und Glimmer (meist Biotit, seltener Muskovit). Daneben können Erzminerale wie z.B. Pyrit oder Magnetit auftreten. Damit ein Granit als solcher bezeichnet werden kann, muss er mindestens 20 % Quarzanteil an den hellen Mineralen aufweisen, damit hat er neben Granodiorit den höchsten Quarzgehalt der Tiefengesteine. Den Rest der hellen Minerale teilen sich die Feldspäte. Die Glimmer können bis zu 10 % der gesamten Gemengeteile ausmachen. Quarz und Feldspat sind helle, meist weiß bis gräulich-transparent und sehr harte Minerale (MOHS-Härte 7 bzw. 6), ihr hoher Anteil macht den Granit so widerstandsfähig. 

Auch wenn Granit Alkalifeldspäte, den Dunkelglimmer Biotit sowie andere schwarze Minerale enthalten kann, ist deren kleinkörniger und im Gestein gut eingemischter Anteil an der Granitzusammensetzung mit ca.10 % vergleichweise gering und sorgt lediglich für den bei einige Sorten bekannten »Salz & Pfeffer Look«.

In der Praxis spielt diese Unterscheidung der Gesteine bezüglich der Verwendung und des Umgangs eine wichtige Rolle. Schwarze Gesteine sind eben nicht gleichzusetzen mit Granit! 

Während echte Granite gegenüber Chemikalien wie Säuren und Laugen relativ unempfindlich sind, reagieren schwarze Gesteine meist empfindlich auf säurehaltige Reinigungsmittel und Säuren aus Lebensmitteln, z.B. Zitrone oder Essig. Ein sehr häufig vorkommendes Schadensbild ist die irreversible Vergrauung gesteinsbildender schwarzer Minerale bei dem Versuch, Kalk in Bad und Küche mit einem säurehaltigen Sanitärreiniger zu entfernen. Auch der unvorsichtige Gebrauch stark basiser Produkte wie bspw. Backofenreiniger führt zum gleichen Ergebnis. Solch einen Schaden kann man nur noch mit einer farbvertiefenden Imprägnierung kaschieren. Im schlimmsten Fall muss der Belag ausgetauscht werden.

Im Aussenbereich kann es durchaus vorkommen, dass eine Grabanlage oder Fassadenverkleidung grau aufhhellt. Ursächlich sind hier Witterungseinflüsse wie Sonneneinstrahlung und somit eine hohe UV Belastung, ebenso wie stark wechselnde Temperaturen sowie eine atmosphärische basische und saure Belastung.

Schwarze Bodenbeläge aus Hartgestein sind zwar ähnlich hart wie Granit, können jedoch bei dauerhafter punktueller und flächiger mechanischer bzw. dynamischer Belastung verschleißen. Es kommt zu einer entsprechenden Aufrauung und Verhellung der betroffenen Bereiche. Ursache hierfür ist der fehlende harte Quarzmineral.      

Entscheidend für die Langlebigkeit schwarzer Natursteine ist Ihre Verwendungsart, eine darauf abgestimmte schadensfreie Reinigung sowie entsprechender Schutz und Pflege. Verwenden Sie daher nur geeignete  Produkte und vermeiden Sie starke mechanische Belastungen.